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„Begleitung ist wichtig – auch als emotionale Stütze“: Ehrenamtliche Begleitung zur IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung im IQ Teilprojekt von MOZAIK

Ziel des IQ NRW Teilprojekts ist die Begleitung und Koordination von derzeit 40 aktiven zweisprachigen (Deutsch/Herkunftssprache) Ehrenamtlichen aus unterschiedlichen Migrantenorganisationen/-communities, die eine niedrigschwellige Begleitung zur Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung bzw. den  beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen im Kontext der Anerkennungsgesetze durchführen. Pro Standort sind drei bis fünf Begleiterinnen und Begleiter in den Arbeitsmarktregionen des Landes NRW eingebunden. Durch die zweisprachige Begleitung sollen im Ausland erworbene Berufsabschlüsse von Migrantinnen und Migranten (unabhängig vom Aufenthaltstitel) häufiger in bildungsadäquate Erwerbsmöglichkeiten münden.

In der Beratungsstelle bei MOZAIK in Bielefeld begrüßen die ehrenamtliche Begleiterin Renate Wiltke (l.) und die Beraterin Linda Boly Mateusz D. aus Polen. Die Beratung findet in der Landessprache und sehr häufig in Cafes oder in Vereinen der Migrantenorganisationen statt. Ein erfolgreicher Ansatz, wie die lange Warteliste beweist.

Mateusz D. ist in Polen zu einem Gymnasium gegangen, das eine militärische Ausbildung von drei Jahren mit Technikbezug beinhaltete. Derzeit arbeitet er im Bereich Aluminium in einer Firma in Bielefeld mit technischen Geräten. Sein Arbeitgeber wünscht eine Anerkennung seiner bisherigen Abschlüsse. Einen B1 Kurs hat er bereits an vier Tagen in der Woche an der Volkshochschule absolviert.

Künftig erhält er einen festen Vertrag. An der Sprache muss und will er sehr gern weiterarbeiten. Leider hindert ihn die Schicht daran, einen entsprechenden weiterführenden Deutschkurs zu besuchen. Aber eine Firma, in der alle nur Deutsch sprechen, ermögliche ihm den schnellsten Zugang zur Sprache, insbesondere in der Fachsprache der Technik.

Beruflich verfügt er über sämtliche Voraussetzungen, es ist aber vor allem wichtig diese anerkennen zu lassen, meint Mateuz D. „Ich kann nicht nur zugucken, ich möchte arbeiten.“


„Ich bin dafür, dass es die Leute einfacher haben, als kompliziert zu starten«, sagt Renate Wiltke. Das Ehrenamt ist für sie wichtig. So hat sie im letzten Jahr zwei Menschen aus Syrien bei sich zu Hause aufgenommen.


Alle drei Monate treffen sich die Begleiterinnen und Begleiter in Ostwestfalen Lippe, um sich mit den vielen Fragen auseinanderzusetzen: Was läuft wie? Dazu werden die Akteure und Multiplikatoren eingeladen und die Akteure in den Integration Points stellen sich vor. Das Teilprojekt hat überall im Land NRW ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter, die sehr erfolgreich unterstützend tätig sind.

Die Organisation und Betreuung der ehrenamtlichen Anerkennungsbegleitenden ist Aufgabe des IQ NRW Teilprojektes.


Erfahrungen wie der Ratsuchende Mateuz machen viele, bestätigt Katharina Neubert (r.), die die Anerkennungsbegleitenden im IQ NRW Teilprojekt koordiniert und betreut. „Diese und ähnliche Rückmeldungen bekommen wir immer wieder. Die Anerkennungsverfahren und -voraussetzungen sind komplex und viele haben keine duale Berufsausbildung wie es in Deutschland üblich ist durchlaufen. Ohne eine Begleitung hätten viele Ratsuchende längst das Handtuch geworfen. Die Anerkennungsbegleiterinnen und Anerkennungsbegleiter bieten nicht nur Vertrauen und Unterstützung in der Herkunftssprache, sondern auch Rückhalt bei Rückschlägen und eine Betreuung über einen längeren Zeitraum.“


Die IQ Beraterin Linda Boly (m.) kann das nur bestätigen: „Der Bedarf für eine Begleitung während des beruflichen Anerkennungsprozesses ist sehr hoch. Viele Ratsuchende sind nach erfolgter IQ Anerkennungsberatung über die Komplexität an Informationen und erforderlichen „nächsten Schritten“ überrascht. Für ein gelingendes Anerkennungsverfahren, ist es umso wichtiger, eine Person an der Seite zu haben, die einem hilft „am Ball“ zu bleiben und alle Unterlagen zusammen zu sammeln. Besonders für Neuzugewanderte, die sich im deutschen Behördendschungel noch nicht auskennen und Anträge allein nicht ausfüllen können, sind die Anerkennungsbegleiter wichtig.“

Produktionsdatum: 05/2017 | Fotos: WHKT

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Förderrunde IQ 2015–2018:

IQ Teilprojekt: Niedrigschwellige Begleitung zur IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung durch Ehrenamtliche aus Migrantencommunities in NRW

Teilprojektpartner: MOZAIK gem. Gesellschaft für interkulturelle Bildungs- und Beratungsangebote mbH, Herforder Str. 46, 33602 Bielefeld