Zum Hauptinhalt springen

Voll in Ordnung: „Mein Ordner – Willkommen im Kreis Borken“ – Ein IQ NRW Pilotprojekt für die ländliche Region

Die Idee, einen Ordner für die Geflüchteten nach dem Vorbild von „Mein Ordner“ des IQ Netzwerks Sachsen für Borken zu erstellen, hatte Stephanie Vornholt vom Jobcenter Borken. So trat sie an das IQ Netzwerk in Nordrhein-Westfalen heran, um gemeinsam einen ersten „Pilotordner“ zu gestalten. Das dies keine leichte Aufgabe sein würde, war allen Beteiligten schnell klar.

Akribisch …

… wurden alle wichtigen Informationen zusammengestellt, in einfacher Sprache, mit Links und QR Codes versehen, übersichtlich anlegt und mit dem „IQ Design“ versehen. Wichtig war es, die unterschiedlichen Anlaufstellen des Kreises Borken übersichtlich und verständlich abzubilden. Zudem ist der Ordner zweisprachig angelegt – in deutscher sowie in englischer Sprache jeweils auf einer Seite. Ein Register ordnet die zehn wichtigsten Themen. Die QR-Codes verweisen direkt und einfach auf: Aufenthalt, Geld, Wohnen, Deutsch, Kinder und Familie, Arbeit und Ausbildung sowie Gesundheit.

Für Menschen, die neu nach Deutschland einreisen, …

… ist es eine Herausforderung, die Strukturen angefangen vom Jobcenter über die Ausländerbehörde bis hin zu den Sprachkursanbietern zu durchschauen. Daher ist die Gliederung des Ordners so hilfreich. Sie gibt geflüchteten Menschen im SGB II-Bezug einen besseren Überblick und eine gute Orientierung.

Fatemah M., die das Jobcenter zur Beratung aufsuchte, gemeinsam mit Stephanie Vorholt, Mira Renners und Stefan Deitmer vom Jobcenter der Stadt Borken (v.l.n.r.)

Der rundum praktische gestaltete Ordner erweist sich auch für das im Juni 2018 gestartete Integrationskonzept der Stadt Borken als nützliches Instrument: Integrationshelfende aus dem Fallmanagement des SGB III beraten in den Unterkünften die Spektren: Sprachkurse, Freizeitangebote oder Organisation des Alltags z.B. die Anmeldung im Kindergarten.

Die Integrationshelfenden sind Mittler zwischen den Institutionen. Insbesondere an den Schulen in Kreis gibt es entsprechende Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner. Bisher konnten jedoch noch nicht alle Leistungsberechtigten erfasst werden. Die Begleitung der Antragstellung zum SGB II über die Integrationshelfenden ist hier erforderlich und an dieser Stelle dürfte „Mein Ordner in Borken“ eine entscheidende Rolle spielen.

Inzwischen konnten alle Ordner verteilt werden und auch Bocholt profitiert in diesem Jahr von der auf die Stadt ausgerichtete Entwicklung des Ordners, gemeinsam mit dem IQ Netzwerk NRW. „Mein Ordner“ ist grundsätzlich ein interessantes Projekt für die Jobcenter, auch unabhängig von dem Thema Migration und Flucht. Wenn die Menschen sich auf dem Flur des Jobcenters Borken treffen und den Ordner in den Händen halten, könnte dies eine gute Motivation sein, darüber ins Gespräch zu kommen und diesen zu nutzen, meint Stefan Deitmer.

 

Fatemah M. in der Beratung mit Mira Renners vom Jobcenter. Fatemah ist Kundin des Jobcenters und seit mehr als zweieinhalb Jahren in Deutschland. Sie hat drei Kinder und lebt mit ihnen in einer städtischen Wohnung. Zuvor wohnte sie in einer Unterkunft für Asylbewerber.

In Deutschland möchte sie so schnell wie möglich arbeiten – am besten in der Altenpflege oder auch im Bereich Verkauf. Nur einen ganzen Tag könne sie nicht arbeiten, sagt sie, da sie sich auch weiterhin um ihre Kinder kümmern müsse.



Produktionsdatum: 05/2018 | Fotos: WHKT

Nach oben

IQ Teilprojekt: Koordinierung in den Handlungsschwerpunkten 1, 2 und 3

Teilprojektpartner: Westdeutscher Handwerkskammertag e.V. (WHKT), Volmerswerther Straße 79, 40221 Düsseldorf

Ansprechpartnerin/
Ansprechpartner:
Rolf Göbels: 0211 3007-760, rolf.goebels@iq-netzwerk-nrw.de 

IQ Teilprojekt >