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Auf dem Weg in die berufliche Anerkennung im Pflegeberuf – Juliet M. aus Uganda: „Die Unterstützung ist gut.“

Es war ein langer Weg nach Deutschland für Juliet M., ausgebildete Krankenpflegerin aus Uganda. Seit drei Monaten ist sie nun Teil des Teams auf der Station der neurologischen Rehabilitation der St. Mauritius Therapieklinik in Meerbusch. Bereits im Jahr 2014 stellte sie einen Antrag auf die Berufsanerkennung nach dem Krankenpflegegesetz. Danach begann die Suche nach einem geeignetem Krankenhaus sowie einer Anpassungsqualifizierung, um die fehlende Praxis und Theorie der vollen Gleichwertigkeit zu erlangen.


Große Unterstützung erhielt Juliet M. über den Verein „miteinander weltweit e.V.“ in NRW, der Botschaft in Uganda, der Ausländerbehörde und der St. Mauritius Klinik in Meerbusch. Das Teilprojekt zur Individualförderung im IQ Netzwerk NRW und die IQ Landeskoordinierung beim Westdeutschen Handwerkskammertag in Düsseldorf (WHKT) halfen ihr, die bürokratischen Hürden zu überwinden. Sie alle haben sich für den Erfolg stark gemacht.


„Geeignetes Pflegepersonal ist in Deutschland schwierig zu finden“
, meint Ulrich Pechel, Pflegedienstleiter der St. Mauritius Therapieklinik. „Daher unterstützen wir die Berufsanerkennung und die damit verbundene Anpassungsqualifizierung, um Personal mit ausländischer Qualifikation besser integrieren zu können.“ Viele seien gar nicht bereit in Deutschland ein Anerkennungsverfahren zu durchlaufen. Sie lassen ihre Qualifikation nicht anerkennen und nutzten daher nicht ihre Chancen auf adäquate Beschäftigung. Wichtige Kompetenzen gingen dem Arbeitsmarkt dadurch verloren, wie Ulrich Pechel betont.

„Sehr wichtig ist auch eine sprachliche Unterstützung sowie ein begleitendes Coaching. Die St. Mauritius Therapieklinik hat bereits Erfahrungen mit Fachkräften aus dem Ausland gemacht. Ein ehemaliger Hospitant in der Röntgenassistenz konnte einen Arbeitsplatz in seinem Fach finden. Juliet M. ist die erste, die eine Anpassungsqualifizierung zur Krankenpflegerin an der Meerbuscher Therapieklinik absolviert. Für uns eine wertvolle Erfahrung“, so Ulrich Pechel weiter.

Neben der täglichen Praxis besucht Juliet M. einmal in der Woche einen Sprachkurs an der Volkshochschule, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Auf der Station sprechen fast alle Deutsch mit ihr. Wenn man langsam spricht, versteht sie sehr gut, sagen ihre Kolleginnen und Kollegen. Die Abläufe kann sie ebenfalls in der für sie neuen Sprache erklären. Und wenn es mal nicht klappt, dann ist Englisch eine große Hilfe.

Mit ihrer Schwester aus Uganda, die ihre Berufsanerkennung auch mit Hilfe des Qualifizierungsangebotes des Netzwerkes IQ in Berlin erhielt, hat Juliet M. in den ersten Wochen gelernt, wie die Arbeitsabläufe auf der Station organisiert sind. So gelang die Integration in das Team der Station.

Die Tätigkeit auf der neurologischen Frührehabilitation ist nicht zu vergleichen mit der Ausbildung und mit den Aufgaben einer Krankenpflegerin in Uganda. Vieles ist anders.


Auf der Neurologischen Rehabilitation liegen einige Patientinnen und Patienten im Koma. „Das ist eine große Herausforderung für mich“, sagt Juliet. „Ich wasche die Patientinnen und Patienten, verabreiche die Medikamente, bette sie um und gebe den Kolleginnen und Kollegen Auskunft über meine Tätigkeit. Viele der Patienten sind über Monate auf der Station. Ich habe gedacht, ich bin gut, aber hier ist alles neu, alle Abeitsabläufe sind neu. Ich freue mich darauf alles zu lernen.“

Gleich zwei Teilprojekte des Netzwerkes IQ NRW unterstützen Frau M. auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt:

Zum einen das Teilprojekt „Anpassungs- und Nachqualifizierungen in den Berufen des dualen Systems“, das allen Teilprojekten aus den Bereichen Anerkennung und Qualifizierung die Möglichkeit der Förderung individueller Bedarfe bietet.

Zum anderen stand das IQ NRW Teilprojekt „Mobile Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung“ in allen Fragen rund um das Thema berufliche Anerkennung in NRW mit seinem Know-how zur Seite.

 

Fazit von Juliet M. bisher:
„Ich muss noch viel lernen.
Hier ist alles anders.
Die Unterstützung ist gut.“

 

Produktionsdatum: 08/2017 | Fotos: WHKT

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Förderrunde IQ 2015–2018:

IQ Teilprojekt: Koordinierung in den Handlungsschwerpunkten 1, 2 und 3

Teilprojektpartner: Westdeutscher Handwerkskammertag e.V. (WHKT), Volmerswerther Straße 79, 40221 Düsseldorf