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Brotzeit – Über Praktika den Beruf und einander kennenlernen

Günter Wendorff, 56, Bäckermeister, staatlich geprüfter Landwirt und Inhaber des Labels Brotzeit. Nach einem Ausflug ins Jurastudium, einigen Jahren Landleben, der Gesellen- und Meisterprüfung im Bäckerhandwerk, hat sich Günter Wendorf 1994 gegen künstliche Zusatzstoffe und stattdessen für die Vollkornbäckerei, die Selbstständigkeit und das Leben in Köln entschieden.


„Wir von Brotzeit verarbeiten ausschließlich kontrolliert biologische Rohstoffe. Keine Convenience-Produkte, keine Backmischungen oder sonst was. Wir backen nach eigenen Rezepten, handgemacht.Täglich werden die Zutaten abgewogen, gemischt, geknetet und verfeinert. Den Kunden schmeckt’s. Wir sind stolz drauf. Es funktioniert.“

Neben der Überzeugung zum Backen in Bioqualität, liegt Günter Wendorff eine gesunde, interkulturelle Personalpolitik am Herzen.

„Meine Tür ist offen. Wer will, kann zu uns kommen, zuschauen, mitmachen und feststellen, ob der Beruf und das Team passt. Leider ist der Weg oft kompliziert. Gerade wenn Menschen aus anderen Ländern oder Kulturen nach Deutschland kommen. Ohne professionelle Begleitung, finanzielle Unterstützung und dem Engagement der Betriebe, wäre die Arbeitsmarktintegration wohl kaum zu schaffen. Ich würde mir wünschen, dass gerade Geflüchtete sehr viel früher und direkter die betriebliche Praxis kennenlernen. Das passiert bislang zu selten und dauert zu lange. Dadurch geht viel an Motivation und Potential verloren.“


Ganz und gar motiviert unterstützt Herr Ahmed, 36, aus Aleppo, das Brotzeit-Team. Er steht als „Praktikant“ in der Backstube und ist ein positives Beispiel dafür, wie’s geht. Sein Ticket in den Betrieb hat das Jobcenter Köln ausgestellt. ‚Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein’ steht drauf. Herr Ahmed nimmt im Jobcenter Köln am ESF-Projekt CHANCE+ teil


„Der Vorteil für mich“, so Günter Wendorf, „durch die Vermittlung über das Jobcenter und den Gutschein werden die wesentlichen Unsicherheiten für mich als Betrieb ausgeräumt. Das Jobcenter steht dahinter und berät. Bis zu 12 Wochen, 4 Stunden täglich, 4 Tage in der Woche kann Ahmet jetzt bei uns mitmachen und sich einbringen. Das ist gut. Und im Anschluss können wir gemeinsam mit dem Jobcenter überlegen ob’s passt und wie’s weitergeht. Eine gute Sache für beide Seiten.“