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Gelungene Vernetzung und Kooperation der IQ NRW Teilprojekte in der VHS in Mönchengladbach

Das IQ NRW Teilprojekt Kulturelle Vielfalt in Betrieben arbeitet eng zusammen mit der Volkshochschule in Mönchengladbach als Kooperationspartner für den Spracherwerb. Die Teilnehmenden aus den Sprachkursen der VHS hatten am 07.06.2017 einen ganz besonderen Termin in ihrem Kalender. Mit Hilfe des Kompetenzfeststellungsverfahrens des IQ NRW Teilprojektes AnerkennungsKombi (Netzwerk Lippe) konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Können bei praktischen Aufgaben unter Beweis stellen. Beratend und für die Kooperation mit Unternehmen stand ihnen das Team der Kulturellen Vielfalt zur Seite. Dafür stellte die VHS ihre Räume gern zur Verfügung.


Ariane Schulz (r.): „Das Projekt „Kulturelle Vielfalt in Betrieben“ unterstützt Betriebe bei der Integration von Menschen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte. Ein Qualifikationsnachweis spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Das Projekt reagierte erneut auf diesen Bedarf und bot in Kooperation mit dem Teilprojekt „Anerkennungskombi“ am 07.06.2017 eine Kompetenzfeststellung in Mönchengladbach an. Dank der guten Zusammenarbeit mit der VHS Mönchengladbach nahmen 12 Personen mit beruflichen Vorerfahrungen aus den Berufsfeldern Erziehung, Büro/Verwaltung an dem ausgefeilten Analyseverfahren teil. Mithilfe des abschließenden Profilberichtes ist die Basis für eine berufliche Wegeplanung geschaffen.“

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Samira B. ist in Marokko geboren und 31 Jahre alt. Sie wartet auf den Bescheid der Anerkennungsstelle, die ihr eine zweijährige Ausbildung als Erzieherin inklusive Praktikum als gleichwertig bescheinigen soll. In ihrem Beruf hat sie nach dem Abschluss nicht gearbeitet. Dafür kennt sie sich zusätzlich sehr gut im Bereich Handel aus. Trotz ihrer beiden Kinder, ein drittes ist unterwegs, lernt sie in der Volkshochschule Deutsch, um bald arbeiten zu können.


Samira B.: „Bei uns erhalten wir keine Bescheingung über die detaillierten Inhalte unseres Berufes bzw. eines Faches so wie in Deutschland. Natürlich vermisse ich meine Heimat und insbesondere meine Familie in Marokko. Das ist Heimat. Aber wir müssen uns alle entwickeln und dazu bekommt man in Deutschland sehr viel Hilfe. Das Schöne ist, dass das Alter für eine berufliche Veränderung keine Rolle spielt. Wenn man etwas sucht, kann man immer etwas finden!“

Cleoptra Altanis, VHS Mönchengladbach: „Viele unserer Teilnehmenden sind gut ausgebildet und haben in ihrem Heimatland eine breite Berufserfahrung. Leider sind aus den unterschiedlichsten Gründen oft keine Nachweise vorhanden: Viele konnten gerade mal ihr eigenes Leben retten, andere haben ihre Unterlagen auf dem Weg nach Deutschland verloren. Oder die beruflichen Qualifikationen wurden praktisch angelernt ohne formelle Ausbildung und entsprechenden Zertifikaten. Die Wichtigkeit der Dokumentation ist nicht in allen Ländern und Kulturen gleich, so sind oft jahrelange Berufserfahrungen nicht erfasst. Die Kompetenzanalyse der IQ Teilprojekte leistet genau an diesem Punkt einen wichtigen Beitrag, da praktisches Know-how überprüft wird und mit den Kriterien des deutschen Arbeitsmarkts abgeglichen wird. Dieses Matching  ist für das Selbstvertrauen und die weitere Berufswegeplanung der Teilnehmenden von großer Bedeutung. Ein weiterer großer Gewinn in diesem Kontext ist der Bericht, der nach der praktischen Testung für jeden Teilnehmenden individuell erstellt wird und auch für zukünftige Bewerbungszwecke einen wichtig Beitrag leistet. Wir sind sehr gerne bereit, auch in der Zukunft mit Teilnehmenden aus neuen VHS-Gruppen die Instrumente des IQ-Netzwerkes in Anspruch zu nehmen und weitere Kompetenzanalysen durchführen zu lassen.“

Abdoulaye G., 32, aus dem Senegal hat sich der Seefracht und dem Customer Service verschrieben. Hier sieht er seinen zukünftigen Arbeitsplatz. Abkürzungen von Schiffsnamen sind in seinem Gedächtnis gespeichert. Seine Muttersprache ist Französisch. Englisch hat er in der Schule und in der Ausbildung gelernt. Deutsch zu sprechen fällt ihm leicht: Innerhalb von vier Monaten hat er die Sprache gelernt. Mit seiner Frau und seinem fast zweijährigem Sohn wohnt er in Mönchengladbach.

„Ich bin immer nett, eine Voraussetzung für eine Arbeit im Bereich Service.“ 


Mazouma R. aus Afghanistan lebte viele Jahre im Iran bevor sie nach Deutschland kam. Für die Einwanderungsberatung hat sie zwei Jahre als Übersetzerin vom Persischen ins Englische gearbeitet.

„Ich arbeite hart. Mein Ziel ist es, in einem Hotel oder Reisebüro zu arbeiten. Ich mag die Situation und ich liebe Gäste. Ich sehe mich als sehr geeignet für diesen Beruf.“


Hajar B., 31 aus Marokko lebt seit 2012 mit ihren drei- und sechsjährigen Jungs in Deutschland. Ihre erste Station war Wuppertal bevor sie nach Mönchengladbach kam. Sie hat einen Abschluss als Erzieherin und in der Soziologie. „Ich möchte nicht zu Hause bleiben – das ist sehr langweilig. Im Beruf findest du Erfüllung und Freunde. Mein größter Wunsch ist es, mit Kindern zu arbeiten und vor allem sehr gut Deutsch sprechen zu können.“ Dabei unterstützen sie ihre Kinder sehr. Über den Sprachkurs an der VHS hatte sie die Möglichkeit an dem heutigen Kompetenzfeststellungsverfahren teilnehmen zu dürfen und damit ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.



Mohammad Salah A., 29, aus Syrien lebt mit seiner Familie in Mönchengladbach. „Ich suche dringend eine gute Arbeit im Bereich IT oder gern auch in der Erziehung. Davon verstehe ich etwas, denn täglich spiele und lerne ich mit meinem Sohn. Es macht mir nichts aus, lange und viel zu arbeiten. In Syrien war oft ein 10–12 Stundentag normal.“

Produktionsdatum: 06/2017 | Fotos: WHKT

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Förderrunde IQ 2015–2018:

IQ Teilprojekt: KuVi – Kulturelle Vielfalt in Betrieben

Teilprojektpartner: Hochschule Niederrhein – Institut SO.CON, Richard-Wagner-Str. 101, 41065 Mönchengladbach