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Friseurin mit Liebe zum Detail

04/2021 | Marc Brühl entschied sich 2017 bewusst für die  Bewerberin zur Ausbildung Tekla I. aus Georgien, die 2015 mit ihren Kindern (damals 5 und 1 Jahre) nach Deutschland kam. Die Kommunikation war zu Beginn schwierig, vor allem (aber nicht nur) in der Fachsprache, so dass das der erste Fokus in der Ausbildung war. Mit viel Geduld und durch Teklas Ehrgeiz schafften wir es trotzdem, dass sie diesen Sommer die Gesellenprüfung mit gutem Erfolg bestanden hat. Herr Brühl hat sie nun als festangestellte Friseurin übernommen.

„Friseurin ist mein Traumberuf“

Tekla strahlt: „Ich habe mich sehr bewusst für die Ausbildung im Friseurhandwerk entschieden, denn ich wollte etwas mit meinen Händen machen und Kontakt mit Kunden haben.  

Über die Empfehlung der Handwerkskammer in Köln habe ich mich im Salon „Liebe zum Detail“ beworben. Eine Woche Praktikum bestätigte, dass ich auf dem richtigen Weg war. Über ein Jahr hatte ich in Deutschland nur Englisch gesprochen. Als meine Tochter 2016 in die Schule kam, konnte ich dann mit einem Sprachkurs an der Volkshochschule beginnen.

In Georgien war ich Pressesprecherin und habe Anglistik studiert. Das ist zwar ein völlig anderer Bereich, doch auch hier spielte das Thema Kommunikation eine wichtige Rolle.“

Die dreijährige Ausbildung, die Tekla I. 2020 in der Corona Krise abschloss, stellte die engagierte Friseurin vor einige Herausforderungen: „Ich dachte, meine Sprachkenntnisse seien bereits gut, aber gerade in der Berufsschule war besonders das erste Ausbildungsjahr sehr schwierig für mich. „Die Fachsprache hatte es in sich. Marc Brühl hat mir immer viel Mut zugesprochen und wir haben viel geübt. Mit meiner Arbeit bin ich auch selbstkritisch und nehme die Kund*innen und ihre Wünsche sehr ernst.“ Tekla I. ist gut organisiert und liebt Literatur und die Fotografie. Dafür blieb ihr neben der Ausbildung und der Familie in den letzten Jahren nicht so viel Zeit und auch jetzt richtet sie den Blick weiterhin auf ihre berufliche Zukunft als Friseurin.

„Kommunikation ist in diesem Beruf alles“, meint Friseurmeister Marc Brühl und zeigt sich stolz über seine Mitarbeiterin, die ausgesprochen fleißig ist und positiv ist: „Hier im Salon arbeiten insgesamt vier Personen. Als Friseur*in erhält man stets direkt ein Feedback für die Arbeit. Dabei unterstützen wir uns im Team gegenseitig. Vor allem ist die Freude an der Arbeit und gute Laune im Umgang mit Kund*innen wichtig. Nach wie vor gilt mein großes Interesse der Ausbildung im Friseurhandwerk. Ich möchte hier gern weiter unterstützen und mitgestalten. Über Tekla denke ich, dass sie sicher den richtigen Beruf erlernt hat. Möglicherweise kann sie im nächsten Schritt auch über eine Meisterprüfung nachdenken.“

Marc Brühl führt seinen Salon in Köln seit acht Jahren. Er ist Friseurmeister aus vollem Herzen insbesondere mit „Liebe zum Detail“. Das spiegelt auch der gleichnamige Salon. Ich habe nie etwas anderes gemacht, sagt der aus Hagen im Ruhrgebiet stammende Kölner. In diesem Jahr ist er seit 30 Jahren im Friseurhandwerk tätig. Es gäbe sogar noch Kunden aus Hagen, die ihm in Köln die Treue hielten. Über die Arbeit seien sogar Freundschaften entstanden. Wie wichtig es ist, immer up to date zu bleiben und stets regelmäßige Schulungen zu besuchen betont Marc Brühl gern:  Das Gesamtpaket müsse stimmen. Dazu gehörte neben Social Media-Kanälen auch regelmäßige Fort- und Weiterbildungen, das richtige Personal in flachen Hierachien und die Leidenschaft für das Handwerk.

04/2021 | Fotos: WHKT

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